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Stiftung Institut für Werkstofftechnik

Amtliche Materialprüfungsanstalt (MPA) Bremen

Analytische Baustoffmikroskopie

Abteilungsleiter: Dr.-Ing. Herbert Juling

MPA Bremen


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Putzmörtel mit Kalkeinschlüssen
Ettringit in "Kalkmatrix"

Die Abteilung "Analytische Baustoffmikroskopie" ist 1989 in der MPA als Forschungsgruppe eingerichtet worden. Im Rahmen eines Großprojektes "Forschung für den Denkmalschutz" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) hat diese Arbeitsgruppe die Aufgabe übernommen, Schädigungsprozesse an den verschiedensten denkmalrelevanten Baustoffen zu untersuchen. Es wurden im Auftrag des BMBF Labormobile als komplette rasterelektronenmikroskopische Labore auf Rädern entwickelt. Die Liste der bisher untersuchten Denkmalobjekte sowie die abgeschlossenen und zur Zeit in Arbeit befindlichen Forschungsprojekte geben einen guten Eindruck von der großen Erfahrung, die die MPA Bremen auf diesem Forschungsgebiet erlangt hat.

Die in den Forschungsprojekten erarbeiteten Erfahrungen werden von Auftraggebern aus dem Bereich der für die Denkmalpflege bzw. Restaurierung alternder Bausubstanz Verantwortlichen genutzt. Dabei steht die Schadensanalytik mit petrografischen Bestimmungen und Phasen- und Gefügebeschreibungen aber auch Begutachtung bezüglich einer sinnvollen Sanierung im Vordergrund.

Die MPA Bremen ist auch an der vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland, dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und der Gerda-Henkel-Stiftung geförderten usbekisch-deutschen Sommerakademie Baudenkmalpflege beteiligt.
Im Rahmen der Vortragsveranstaltungen in Samarkand werden die Ergebnisse materialkundlicher Untersuchungen an den historischen Baustoffen bedeutender zentralasiatischer Baudenkmale vorgestellt.

Als weiterer Schwerpunkt wird die mikroskopische Beurteilung von Schadensfällen mit gutachterlicher Tätigkeit in der modernen Baustofftechnik durchgeführt. Dabei werden chemische, physikalische und biologische Einflüsse auf Bau- und Werkstoffe untersucht und visualisiert. Insbesondere die Möglichkeiten der elektronenmikroskopischen Untersuchungen mit Hilfe der Cryo-Technik erweisen sich als äußerst hilfreich z.B. bei der Beurteilung von Abbinde- und Erstarrungsprozessen im Beton. Zur Zeit laufen intensive Zusammenarbeiten auf diesem Gebiet mit renommierten Baustoffinstituten und -firmen.

Auch auf dem Gebiet des Baustoffrecyclings hat die mikroskopische Forschung heute große Bedeutung, wobei sich die enge Zusammenarbeit mit der an der MPA angesiedelten Forschungsvereinigung "Recycling von Wertstoffen in der Baustofftechnik" als besonders vorteilhaft auswirkt. Zur Zeit sind mehrere Vorhaben in der Bearbeitung.

Als besondere Serviceleistung werden Asbestuntersuchungen mit Identifikationsbestimmungen, Raumluftmessungen und Sanierungsempfehlungen angeboten. Die MPA Bremen ist vom Deutschen Akkreditierungsrat (DAR) für die "Auswertung von Filterproben von Raumluftmessungungen faserförmiger Partikel" (VDI 3492, Abschnitt3.4 2004 und BGI 505-46) akkreditiert.

Arbeitsgebiete im Überblick

  • Analyse von Schadensmechanismen bei der Baustoffverwitterung/-korrosion
    (Denkmalpflegeforschung)
  • Untersuchung und Visualisierung chemischer, physikalischer und biologischer Einflüsse auf Bau- und Werkstoffe
  • Phasen- und Gefügeanalysen / Petrografie / Betonografie
  • Schadenaufklärung und gutachterliche Tätigkeit
  • Asbestuntersuchungen, analytisches Labor von Außerbetrieblichen Meßstellen (faserförmige Stäube)

Letzte Änderung 11.12.2007 [ IWT | Werkstofftechnik | Fertigungstechnik | Verfahrenstechnik ]