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Stiftung Institut für Werkstofftechnik

Amtliche Materialprüfungsanstalt (MPA) Bremen

Analytische Baustoffmikroskopie

Abteilungsleiter: Dr.-Ing. Herbert Juling

MPA Bremen


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Asbest


Weißasbestfaserbündel aus einer Baustoffprobe


Amphibolasbestfaserbündel aus einer Baustoffprobe
Der Oberbegriff Asbest steht für verschiedene faserige Formvarietäten von bestimmten Mineralien. Asbestfasern haben auf Grund verschiedener Stoffeigenschaften, die in dieser Kombination einmalig sind, auf den ersten Blick viele Vorteile. Deshalb wurden die Asbeste in der Vergangenheit auch universell in vielen Baustoffen und anderen Produkten eingesetzt.
Asbestfaserstaub gilt als ein sehr stark krebserzeugender Arbeitsstoff. Seit dem 1.Januar gilt für Asbest nach § 15 Abs. 1 in Verbindung mit Anhang IV Nr.1 der Gefahrstoffverordnung ein vollständiges Herstellungs- und Verwendungsverbot sowie ein Expositionsverbot. Das Expositionsverbot ist nur für Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten (ASI-Arbeiten) aufgehoben. Nähere Einzelheiten dazu werden in der TRGS 519 geregelt. Nach den technischen Baubestimmungen "Asbest" müssen schwach gebundene Asbestprodukte hinsichtlich ihrer Sanierungsbedürftigkeit bewertet werden. Vor dem Umbau oder dem Abriß eines Gebäudes muß daher ein Asbestkataster durch einen Sachverständigen erstellt werden.
Das Standardverfahren für die Untersuchung von Baustoff- und Raumluftproben ist die Analytik mittels Rasterelektronenmikroskop (REM) mit angeschlossener energiedispersiver Röntgenmikroanlyse (EDX). Der Vorteil liegt in der hochauflösenden Erfassung der Faserstrukturen. Für das geübte Auge zeigen Serpentinasbest und Amphibolasbeste im REM deutliche Unterschiede im Faserhabitus. Die EDX-Analyse liefert die Elementzusammensetzung der untersuchten Faser. Dadurch ist eine eindeutige Identifizierung der Asbestart und eine Differenzierung zwischen Asbest und anderen Mineralfasern (auch künstlichen Mineralfasern) möglich.
Die Untersuchung von Materialproben ist ein Routineverfahren, das im Hause schon langjährig durchgeführt wird. Für eine eindeutige Aussage ist die Probennahme von entscheidender Bedeutung, das zu untersuchende Probenmaterial muß repräsentativ für die Gesamtheit sein.

Ansprechpartner: Manfred Gaertner, Tel. 0421/53708-42

Letzte Änderung 31.03.2004 [ IWT | Werkstofftechnik | Fertigungstechnik | Verfahrenstechnik ]