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Forschungsprojekt
Einfluß einer erhöhten Anlaßtemperatur
auf die mechanischen Eigenschaften eines nach zweifacher Austenitisierung
gehärteten 100 Cr 6
gefördert von der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschung (AiF)
abgeschlossen: 1997,
Ansprechpartner: Dr.-Ing. Günther Löwisch
Assessment
of the mechanical properties of double austenitized and hardened bearing
steel
To improve the ductility of the bearing steel 100Cr6 a high temperature
austenitisation was performed before conventional hardening. Due to this
heat treatment a homogenous microstructure with a very fine carbide precipitation
is achieved. This microstructure shows an improved annealing stability.
Ductility and strength are higher compared to the conventional hardened
steel of equal hardness.
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| Vergleich von Zugfestigkeit und Bruchzähigkeit |
Durch eine der
konventionellen Härtung vorgeschaltete Austenitisierung bei erhöhter
Temperatur und anschließender Perlitumwandlung werden beim Wälzlagerstahl
100Cr6 nach dem Härten Gefüge erzielt, die sich gegenüber
denen bei konventioneller Wärmebehandlung erhaltenen durch eine höhere
Homogenität und eine feinere Carbidverteilung auszeichnen.
Unter einsinniger mechanischer Beanspruchung zeigt das Gefüge
je nach Beanspruchungsart unterschiedliche Stärken und Schwächen.
Im Bereich kleiner Verformungen werden durch das zweifache Austenitisieren
stets höhere Dehngrenzen erreicht, da die in der höher kohlenstoffhaltigen
Matrix höhere Versetzungs- und Zwillingsdichte und besonders bei den
höher angelassenen Varianten der höhere Anteil an e-Carbiden
in der Matrix zu einer zusätzlichen Versetzungs- bzw. Teilchenverfestigung
führen. Bei hohen Verformungen wird allerdings besonders bei den hochangelassenen
Proben, vermutlich aufgrund des hohen Anteils schneidbarer Ausscheidungen,
keine Verfestigung erreicht. Das führt dazu, daß bei Beanspruchungen
mit geringer Verformung bis zum Bruch die Festigkeit oberhalb der der konventionell
gehärteten Variante, bei Beanspruchung mit großen Verformungen
bis zum Bruch dagegen unterhalb der konventionell gehärteten Varianten
liegt. Verstärkend wirkt sich hierbei aus, daß die Verformungsfähigkeit
des zweifach austenitisierten Gefüges nach dem Anlassen bei hoher
Temperatur abnimmt, da der vorhandene Restaustenit vollständig abgebaut
wird. Somit ist die höhere Verformbarkeit im Zugversuch lediglich
auf die günstigere Carbidverteilung, die zu weniger örtlichen
Spannungsspitzen führt, zurückzuführen. Bei den Versuchen,
bei denen eher die Matrix des Werkstoffes beansprucht wird (Torsionsversuch,
gekerbte Biegeproben), sind die mechanischen Eigenschaften der hochangelassenen
Proben schlechter als die der konventionell gehärteten.
Entscheidend für die Einsatzfähigkeit eines Werkstoffes ist
aber stets die Summe seiner mechanischen Eigenschaften. Angestrebt wird
immer ein optimaler Kompromiß zwischen Festigkeit und Härte
einerseits und Zähigkeit andererseits. Es bietet sich daher an, diese
beiden Eigenschaften in Diagrammform gegeneinander aufzutragen. Dies ist
in Bild 1 für die Zugfestigkeit und die Bruchzähigkeit geschehen.
Klassischerweise wird erwartet, daß mit zunehmenderZugfestigkeit
die Bruchzähigkeit abnimmt. Die konventionell gehärtete und die
bei 180°C angelassene zweifach austenitisierte Variante liegen auf
einer solchen fallenden Geraden. Bei höherer Anlaßtemperatur
nimmt aber die Bruchzähigkeit trotz zunehmender Zugfestigkeit nicht
mehr ab. Ein Anlassen zweifach austenitisierter Bauteile aus dem Werkstoff
100 Cr 6 bei erhöhter Anlaßtemperatur bringt also gegenüber
dem Anlassen bei 180°C eine Verbesserung der Werkstoffeigenschaften.
Die Qualitäten des bainitischen Zustandes werden allerdings nicht
erreicht. Es muß aber festgehalten werden, daß die Härte
des Bainits um gut 50 HV unterhalb der der hochangelassenen zweifach austenitisierten
Proben liegt.
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