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Forschungsprojekt
Leitprojekt für Schadensdiagnosen an verwitternden
Naturstein-Fassaden sowie für Planung, gütegesicherten Vollzug
und Qualitätskontrolle ihrer mörteltechnischen Konsolidierung......
von großen DEMO-Partien an Kirchen in Nebra und Zwickau (BAU 7015 T)
gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).
abgeschlossen: 1997,
Ansprechpartner: Dr.-Ing. Herbert Juling
Diagnosis
and therapy of alteration processes on natural stone facades and their
mortars concerning test areas of churches in Nebra and Zwickau (planning,
quality management, quality control)
To characterize the state of weathering by means of polarizing microscopy
and SEM-EDX the alteration of microfabric and mineralogical composition
in the surface area of investigated sandstones and mortars are important
parameters. The damages of sandstones at church Saint Lukas in Zwickau-Planitz,
for example, are caused by cyclical cristallization and shrinking/swelling
prozesses of gypsum. For control of following therapy microscopic techniques
are used for visualiszation of cleaning and protecting treatments with
regard to the behaviour of gypsum.
Voraussetzng für
Maßnahmen gegen den weiteren Zerfall der Denkmäler sind präzise
Diagnosen über den Schadenszustand am einzelnen Objekt und umfassende
Kenntnisse über die komplexen Wechselwirkungen der Verwitterungsmechanismen,
um die Schadensursachen bewerten und optimal auf das Denkmal abgestimmte
Maßnahmen erarbeiten und einleiten zu können. Daran schließen
sich zunächst therapiebegleitende naturwissenschaftliche Untersuchungen
als Erfolgskontrolle der Konservierung an. Weiterhin beinhaltet dieses
Konzept eine kontinuierliche Baupflege in die eine Wirksamkeitsprüfung
im Sinne einer Qualitätssicherung mit möglichst zerstörungsfreien
Meßmethoden integriert sein muß.
Dieses Konzept wird modellhaft an repräsentativen Musterflächen
von zwei ‘Pilotobjekten’, der Stadtkirche St.Georg zu Nebra und der Lukaskirche
zu Zwickau-Planitz, umgesetzt. In diesem Jahr lag der Untersuchungsschwerpunkt
an der Stadtkirche St. Georg.
Auffälligstes Merkmal sind breite offene Fugen, in denen nur noch
sinterähnliche Mörtelreste vorzufinden sind. Auch im Simsbereich
und darunter sind die Fugen defekt. Bereichsweise ist der Mörtel gänzlich
durch Salze ersetzt. Als Steinschäden sind Schalenbildungen am häufigsten.
Auch hier sind bereits makroskopisch Salzausblühungen entlang der
Ablösefläche der Schalen sichtbar. Es handelt sich dabei um K-Mg-Sulfate
und Mg-Sulfate.
Die Untersuchungen ergaben, daß es sich bei den Mörteln
aus der Bauphase um Dolomitkalkmörtel handelt. In nicht so stark geschädigten
Bereichen weisen diese eine härtere Deckschicht auf, bestehend aus
Calcit im unverwitterten und Calcit und Gips im verwitterten Bereich. Dahinter
liegen die Mg- und Ca-Komponente feindispers vor. Damit verbunden ist eine
hohe Porosität. Dadurch ist der Mörtel sehr weich (kreidig).
Die Risse sind als Schwindrisse bzw. während der Erhärtung (Carbonatisierung
der Ca-Komponente) entstanden. Ein erhöhter Wassereintrag, möglicherweise
als Folge statischer Mängel, führte zur Auflösung der löslichen
Bestandteile des Mörtels. Diese wurden mit dem Sickerwasser in die
Zone unterhalb des Gesimses verlagert und führten dort zusammen mit
den aus den angrenzenden Fugen eingetragenen Salzen (Mg2+, Sulfat stammt
in Form von SO2 aus der Luft) zu den beschriebenen Steinschäden.
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