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Forschungsprojekt
Entwicklung von Gesteinschutzstoffen der neuen Generation
gefördert durch das BMBF,
abgeschlossen: 1998,
Ansprechpartner: Dr. Herbert Juling
Development
of sandstone protection treatment substances of a new generation
During a research project some microscopical investigations concerning
the hardening behaviour of new sandstone protection treatment substances
were made. In simple experiments several mineralic surfaces were treated
with these substances and after hardening investigated by scanning electron
microscopy.
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| Auf der Spaltfläche eines Natriumchloridkristalls
verteilt sich der Schutzstoffilm sehr gut und härtet ungehindert aus
(dunkle Flächen). Das Netzwerk an Rissen ist deutlich geringer ausgebildet
als beim Kalzit, und der gesamte Film zeigt nur geringe Ablösungen.
Deutlich wird, daß eine Beeinflussung der Polymerisation durch das
Salz nicht gegeben ist. Die Haftung ist entsprechend gut. |
Im Rahmen dieses
Projektes des BMBF erhielt die MPA Bremen einen Forschungsauftrag zur mikroskopischen
Untersuchung zum Verhalten, insbesondere der Aushärtung neu entwickelter
Gesteinsschutzstoffe auf verschiedenen mineralischen Untergründen.
Im ersten Schritt wurden auf sterilen Kristallflächen eines Bergkristalls
(SiO2), sowie Spaltflächen von Kalzit und Natriumchlorid aus einer
Kapillare feine Tropfen des Schutzstoffs aufgebracht. Die Substanz verteilte
sich in dünnen Filmen auf den Oberflächen. Die Proben wurden
in einem geschlossenen Schrank in der Nähe einer Wasserverdampferoberfläche
ausgelagert und härteten dort aus. Anschließend wurden mikroskopische
Untersuchungen im Rasterelektronenmikroskop durchgeführt.
In einem weiteren Schritt wurden Materialien in Pulverform in ein Reagenzglas
gegeben und mit Schutzstoffmittel beträufelt. Es entsteht eine mehrere
mm dicke Benetzungszone, die das Schutzmittel sofort aufnimmt und während
der Aushärtung des Polymers verfestigt wird. Auf diese Weise wurden
ein Glaskugelpulver mit definierter Korngröße von 62 µm
und Pulver aus Natriumsulfatdecahydrat (NaSO4 x 10 H2O) sowie verschiedene
Gesteinsgriese behandelt.
Nach den mikroskopischen Beurteilungen dieser Schutzstoffsysteme können
folgende Schlußfolgerungen gezogen werden: Frei nach der
allgemeinen Erfahrung "weniger ist mehr" ist die Schutzmittelbehandlung
zu empfehlen. Dünne Filme unter 1 µm zeigen eine gute Haftfestigkeit
auf fast allen Materialien. Die einzige Ausnahme stellt Kalzit dar, was
eine Behandlung von Kalk oder Kalksandsteinen problematisch erscheinen
läßt. Eventuell ist eine mehrstufige Behandlung mit Schutzstoff
zur Erzielung von dünnen Filmen vorzuziehen. Die Gewinnung der Erkenntnisse
des Verhaltens der Schutzstoffilme auf verschiedenen Mineralflächen
durch einfache mikroskopische Versuche und Untersuchungen ist entscheidend
für Beurteilung der Wirksamkeit und Dauerhaftigkeit von Schutzfilmen.
Eine vorgeschaltete mikroskopische Analyse der Kristallflächen und
des Porenraumes bei nicht bekannten Sandsteinen ist bei der Applikation
von Schutzstoffen unerläßlich.
Das gute Verhalten der neu entwickelten Schutzstoffe auf den reinen
Salzoberflächen stimmt zunächst euphorisch, jedoch sollte erst
noch das Verhalten von behandelten Gesteinsproben mit höheren Salzgehalten
mikroskopisch (dynamisch) untersucht werden und dabei in Zukunft vermehrt
die Kathodolumineszenz nach Anfärbung der Schutzstoffe eingesetzt
werden.
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