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Forschungsprojekt
Schloßorangerie Schwerin: Schadensanalyse und
Therapieversuche im Nutzungsklima an Putzen und Terrakotta-Wandelementen
im Medaillonsaal [BAU 5034 C]
gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).
abgeschlossen: 1997,
Ansprechpartner: Dipl.-Krist. Frank Schlütter
Orangery
of the Schwerin castle: Analysis of the decay processes in mortars and
terra-cotta and testing of therapy concepts during simulation of using
situation
The walls of the „Medaillon Saal“ consists of plastered areas and terra-cotta
pilasters. One of the walls (towards the sea-side) contains a complex mixture
of soluble salts (sulphats, nitrates, carbonates) while the opposite wall
is chracterized by gypsum. Furtherwards the material
surfaces of both walls are covered by different dense coatings. Considering
the requested use of the Orangerie as a restaurant the decay processes
must be well known in their relations to the future using situation (inner
room climate). Additionally the necessary conservation work as desalination,
consolidation, replacing the coatings have to be investigated by different
microscopic means in test fields.
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| REM-Aufnahme eine Querschnitts durch eine Terrakotta-
Reliefplatte im Oberflächenbereich. Die Gipsbildung (helle Bereiche)
führt zur Veränderung am den Plattenoberflächen sowie zu
Schädigungen des Terrakottagefüges im Oberflächennahen Bereich.
[REM-RE-Aufnahme] |
Das aufgehende
Mauerwerk der Orangerie und die darin integrierten Terrakottaplatten sind
durch ein kompliziertes Salzgemisch sowie alte, teils stark wasserdampfdiffusionshemmende
Anstriche belastet. Erschwerend kommt die signifikant
unterschiedliche Situation in den Wänden der Orangerie hinzu.
An der seeseitigen Fensterfront treten neben Gips bereichsweise erhebliche
Mengen Alkali-Sulfate der Thenardit-Kieserit-Gruppe sowie Alkali-Erdalkali-Sulfate
der Polyhalit-Kainit-Gruppe auf. An der gegenüberliegenden Innenwand
sind die leicht löslichen Salze praktisch zu vernachlässigen,
hier liegt im wesentlichen eine Gipsbelastung vor.
Angesichts der hohen kunsthistorischen Stellung der Terrakotta-Reliefplatten
mit Porträtdarstellungen und der vorgesehenen Nutzung der Orangerie
als Speisesaal ist eine Erforschung des Kristallisations- und Schädigungsvorgänge
notwendig. Der Einfluß der Anstriche auf die Schadensentwicklung
sowie Konsequenzen einer Anstrichentfernung Im Vorfeld der Errichtung einer
Klimakammer wurden mikroskopische Gefügeuntersuchungen zum Ausgangszustand
der Terrakotten durchgeführt. Weiterhin wurden zu verschiedenen Zeitpunkten
Kryo-REM-Untersuchungen zur Kristallisation der komplexen Salzlösung
unter Bauwerksbedingungen durchgeführt. Hierbei hat sich eine signifikante
Abhängigkeit der kristallisierenden Phasen von den jeweils herrschenden
Temperatur- und Feuchtebedingungen ergeben. Gegenwärtig ist im klimatisierten,
konstanten Raumklima eine kontinuierliche Zunahme der Ausblühungen
festzustellen.
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