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Forschungsprojekt

Materialkundliche Untersuchungen am Niedersachsenstein in Worpswede

abgeschlossen: 1998, Ansprechpartner: Dipl.-Krist. Frank Schlütter

   Investigation of the building materials at the the monument Niedersachsenstein in Worpswede
The masonry of the monument consists of various bricks and mortars with very different properties (density, strength, water absorption etc.). As final step of former preservation work the complete building was treated with water repellent agents. The laboratory investigations have clearly shown the dependence of the present damages (cracks, scaling) on the physico-mechanical properties of old and new building materials and their preservation treatment. Strong rain impact on the monument facades effects in large migration of moisture alog  cracks into the porous materials. As consequence of the water repellent treatment the desorption of water is retarded. In freezing periods this leads to damages by frost attack.

REM-Untersuchung einer Ziegeloberfläche mit dichter Salzkruste. Eng verwachsene Gipskristalle mit ausgeprägter Zwillingsbildung. Diese Formen sind hinter einer Ziegelschale enstanden. [REM-RE-Aufnahme] 
  Der Niedersachsenstein in Worpswede, nach einem Entwurf von Bernhard Höttger 1922 fertiggestellt, ist die einzige expressionistische Großplastik Deutschlands und daher von höchster kunstgeschichtlicher Bedeutung. Das Bauwerk ist als freistehender Korpus in Ziegelbauweise mit Kalksandsteinkern ausgeführt, einen Adler symbolisierend. Im Vorfeld dringend notwendiger restauratorischer Arbeiten beauftragte die Stiftung Worpswede die MPA Bremen mit der Durchführung einer materialkundlichen Zustanduntersuchung.
Hierbei wurden hauptsächlich zwei, einander negativ beeinflussende, Problemfelder erkannt. Während der letzten handwerklichen Instandsetzung wurden Ziegel und Mörtel gewählt, die sich in ihren physikalisch-technischen Kennwerten zu stark von den Original-Baustoffen unterscheiden. Außerdem wurde die gesamte Skulptur nach Abschluß der Maurerarbeiten hydrophobiert.
Die Ausstauschmaterialien sind vergleichsweise hart und die Unterschiede in den Elastizitätseigenschaften haben zu starken Rissen im Bauwerk als Folge auftretender Scherkräfte geführt.
Durch diese Risse, begünstigt durch Bauwerksgeometrien (Gesimse, Kehlen) dringen bei Niederschlägen erhebliche Wassermengen ein. Die Wasserabgabe wird durch die Hydrophobierung der Ziegel- und Mörteloberflächen stark behindert. Das führt zu einer massiven Durchfeuchtung und zu einem Feuchtestau hinter der Hydrophobierung. Die Folge sind massive Frostschäden im Winter. Salze spielen im Schadensprozeß nur bereichsweise eine Rolle.
Aus den Ergebnissen der materialkundlichen Untersuchungen wurde eine Empfehlung hinsichtlich möglicher Austauschmaterialien für die bevorstehenden Sanierungsarbeiten abgeleitet (Ziegelkenngrößen, Mörtelreparatur).

Letzte Änderung 21.09.2001 [ IWT | Werkstofftechnik | Fertigungstechnik | Verfahrenstechnik]