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Forschungsprojekt
Erforschung und Erhaltung historischer Putze und Mörtel
im Hinblick auf Umweltschäden
gefördert durch Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU).
abgeschlossen: 1997,
Ansprechpartner: Dipl.-Krist. Frank Schlütter
Analysis
of alteration and degradation of historical lime-based mortars affected
by different air pollution
Several historical plasters and mortars in the state of Brandenburg
(Eastern Germany) show strong deterioration patterns. The aim was to distinguish
weathering phenomena affected by air pollution from other types of decay.
Therefore, material and fabric changes of mortars from regions with different
environmental conditions were considered by means of microscopical analysis.
Viele historische Mörtel
sind heute in ihrem Bestand gefährdet. Analog der Schadensentwicklung
an Naturwerksteinfassaden kommt den Luftschadstoffen dabei große
Bedeutung zu. Das Forschungsprojekt zielt auf eine naturwissenschaftliche
Untersuchung der Umwelteinflüsse auf den Mörtelzerfall romanischer
Feldsteinkirchen in Brandenburg. Dazu wurden Objekte im Elbe-Elster-Kreis,
der in der Vergangenheit durch eine hohe Schadstoffbelastung der Luft charakterisiert
war, mit ausgewählten Objekten in der Uckermark und Prignitz verglichen,
die eine geringe Luftverschmutzung aufwiesen. Voraussetzung für die
Untersuchung ist eine restauratorische Bestandsaufnahme der einzelnen Objekte,
worin eine Erforschung der Baugeschichte und eine Rekonstruktion der Putzstratigraphie
enthalten ist. Die naturwissenschaftlichen Untersuchungen gliedern sich
in die klassiscge Mörtelanalytik (z.B. Bindemittelart, -gehalt, Zuschlagstoffgehalt,
Sieblinie, Porosität und Porenradienverteilung, Wasseraufnahme, E-Modul)
sowie mikroskopische Material- und Gefügeanlaysen, die von der MPA
Bremen durchgeführt werden.
Mit dem Polarisationsmikroskop wurde sowohl die qualitative als auch
die quantitative Zusammensetzung ermittelt. Insbesondere der bauwerksübergreifende
Vergleich macht deutlich, wie wichtig es ist, auch die quantitative Zusammensetzung
mit mikroskopischen Methoden zu bestimmen. Hervorzuheben sei nur der unterschieldiche
Gehalt an Kalksteinspatzen sowie Kalkstein- und/oder Kalksteinbruchstücken
im Zuschlag. Mit herkömmlichen Methoden der klassischen Mörtelanalyse
(Naßchemie, auch RFA) werden diese Komponenten nicht erkannt und
fälschlicherweise dem Bindemittel zugerechnet, obgleich solche Kenntnisse
für eine Nachstellung unentbehrlich sind.
Bei den Zuschlägen der mittelalterlichen Kalkmörtel handelt
es sich jeweils um die lokalen eiszeitlichen Sande. Der Feinanteil ist
stets noch vorhanden. Im bauwerksübergreifenden Vergleich sind die
Unterschiede des Zuschlags von Bauwerk zu Bauwerk im allgemeinen größer
als zwischen den einzelnen Bauphasen eines Bauwerks. Der Anteil an karbonatischen
Zuschlagkörnern beträgt 12Vol.% und schwankt in der Uckermark
und Prignitz sehr stark. Im Elbe-Elsterkreis mit den etwas älteren
und zumeist entkalkten eiszeitlichen Sedimenten fehlt ein nennenswerter
Kalkgehalt im Zuschlag.
Generell wiesen die Kirchen im Elbe-Elsterkreis eine höhere Gipsbelastung
auf, was mit der höheren SO2-Belastung der Luft einhergeht.
Der Gips ersetzt das karbonatische Bindemittel häufig bis in mehrere
Millimeter Tiefe und steuert den oberflächennahen Zerfall des Mörtels
(Abschuppen). Die Hauptschäden and den untersuchten Mörteln der
Kirchen in Brandenburg stellen allerdings Risse dar, die den Putz- oder
Fugenmörtel bis in 32 cm Tiefe durchsetzen können. Die mikroskopischen
Gefügemerkmale deuten auf Frost-/Tauwechselschäden hin. Die Intensität
ist häufig expositionsabhängig. Die Vorzugsrichtung variiert
aber bei den einzelnen Objekten, was auch in Zukunft stets objektspezifische
Untersuchungen erforderlich machen wird.
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