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Forschungsprojekt
Untersuchungen an Zementmörtelausbesserungen an
einer historischen Sandsteinkirche in Lettland
abgeschlossen: 1997,
Ansprechpartner: Dipl.-Krist. Frank Schlütter
Investigations
of cement mortar repairs on a sandstone church in Latvia
Von dem in seiner Bausubstanz
stark geschädigten W-Portal der Kirche wurden Oberflächenproben
von Gotlandsandsteinen und Ausbesserungsmörtel aus Zement, an denen
noch wenig Sandsteinmaterial haftet, untersucht. Ziel der polarisations-
und rasterelektronenmikroskopischen Untersuchungen war es, den Aufbau und
die Zusammensetzung der abgeplatzten Mörtelschollen sowie das anhaftende
Steinmaterials zu rekonstruieren und ihr Verwitterung im Vergleich zum
Gotlandsandstein im Hinblick auf erforderliche Konservierungsmaßnahmen
zu charakterisieren.
Der Gotlandsanstein ist oberflächlich durch Aerosolbestandteile
stark verschmutzt. Überall, wo eine intensive Vergipsung der Oberflächenzone
zu verzeichnen ist, weist der Sandstein starke Schäden im Mikrogefüge
auf. Gips wirkt dabei zunächst stabilisierend auf das Korngefüge,
wobei die Gipsbrücken aber eine deutlich geringere Festigkeit besitzen
als der ursprüngliche Kornerband (clacitisch).
Die Ausbesserung setzen sich aus drei Lagen zusammen. Auf dem Gotlandsandstein
wurde zunächst ein Zement aufgebracht. Seine Zusammensetzung sowie
das Auftreten von Klinkerkörnern deuten auf einen Portlandzement hin.
Die stark variierende Farbe der Klinkerkörner, insbesondere der eisenhaltige
Verbindungen weisen auf eine inhomogene Temperaturverteilung beim Brennen
hin, was für einen Schachtofenzement spricht. Eine dünne, darauf
folgende Schlacketeilchenschicht diente der farblichen Anpassung des Zements
an den Gotlanssandstein. Den Abschluß bildet eine nur noch in Relikten
erhaltene Kalkschlämme.
Gegenüber der Oberflächenzone des Gotlandsandsteins sind
die Veränderungen im Mikrogefüge der an dem Mörtel anhaftenden
Gotlandsandsteins sehr viel stärker. Dies ist auf die sehr starre
Zementauflage zurückzuführen. Die Vergipsung an der Oberfläche
führte zu einer Herabsetzung der Wasseraufnahme.
Ablaufendes Wasser, das nach kruzer Zeit sulfatgesättigt war,
drang insbeondere über Haarrisse oder aufgeplatzte Zementschollen
ins vorgeschädigte Gotlandsandsteingefüge ein und breitete sich
lateral aus. Dies führte zu einer verstärken Gipsanreicherung
im Porengefüge. Die damit einhergehende Hinterfeuchtung und die durch
die Oberflächenverdichtung in der Trocknungsphase behinderte Verdunstung
haben Frostschäden nach sich gezogen.
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