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Forschungsprojekt

Rückenstützbetone mit Recyclingzuschlägen aus Bauschutt

gefördert durch die Arbeitsgemeinschaft industieller Forschung (AiF) 1998-2001
Ansprechpartner: Dipl.-Ing. Romanus Diedrich

   Retaining concrets with secondary mineral raw materials
Retaining concret is used as a bedding compound for kerbs and gutters and other borders of pavements. The requirements on strength on this concret are low. Aim of this project is to clarify if the use of sencondary mineral raw materials as surcharge to support concret can produce the required standards.

   Die Randeinfassungen von Verkehrsflächen, z.B. Bordsteine, Einfassungs- und Rinnensteine, werden in einen Beton verlegt und durch dessen Ausbildung zu einer Rückenstütze ein-gefaßt. Nach VOB Teil C, DIN 18318, ist dafür ein Beton der Festigkeitsklasse B 15 nach DIN 1045 zu verwenden. Rückenstützbetone werden erdfeucht in der Konsistenz KS als Stampfbeton eingebaut und müssen wegen des geringen Baufortschrittes mehrere Stunden einbaubar bleiben. Betone nach DIN 1045 werden mit natürlichen Zuschlägen nach DIN 4226 hergestellt. Im Rahmen dieses Projektes sollen aufgrund der geringen Festigkeitsanforderungen an den Beton Rezyklate aus Bauschutt einsetzt werden. Neben der geringen Festigkeit unterscheiden sie sich gegenüber dem Naturstein durch eine schlechtere Frostbeständigkeit und durch höheres Wassersaugen. Es ist deshalb zu klären, ob mit ihnen die Anforderungen an die Verarbeitbarkeit, die Festigkeit und die Witterungsbeständigkeit der Rückenstützbetone erfüllt werden können. Durch die Variation der stofflichen Anteile an Rezyklaten in diversen Rezepturen sollen die Grenzen der Verwertung aufgezeigt werden. Während der Untersuchungen zeigte es sich, dass der Einfluß der Verdichtung durch das händische Einbauen groß ist und erheblichen Schwankungen unterworfen sein kann, so dass die werkstofflichen Unterschiede der Betone aus den verschiedenen Zuschlagsgemischen in den Hintergrund treten.

Im nebenstehenden Bild ist exemplarisch die Druckfestigkeit gleichaltriger be- und unbefrosteter Proctorkörper (hell, dunkel) aus diversen Zuschlagsgemischen mit Natursand 0/2 und rezykliertem Splitt 2/16 für zwei unterschiedliche Verdichtungen (lila, blau) aufgeführt. Die Produktion der Proctorkörper (stampfende Verdichtung) und die Befrostung erfolgte in Anlehnung an TP HGT-StB 94. Die Körper wurden mit optimalem Wassergehalt, der sich bei einem Wasser/Zement-Wert von ca. 0,5 einstellte, einerseits normgemäß verdichtet (Norm) und anderseits mit nur 90% der Normverdichtung hergestellt (90% Norm). Die Befrostung erfolgt durch 25 Frost-Tau-Zyklen von je einem Tag Dauer. Der Einfluß der verschiedenen Zuschläge auf die Druckfestigkeit wird im Bild deutlich. Unabhängig vom Zuschlag nimmt die Druckfestigkeit mit der Reduktion des Verdichtungsgrades von 10% um ca. 50.% ab, und damit verringert sich auch der Unterschied zwischen den Zuschlägen. Die Befrostung wirkt sich, bis auf die Mischung mit Ziegelsplitt, auf die Druckfestigkeit kaum aus, bzw. die Druckfestigkeit nimmt sogar leicht zu (s. Beton, Naturstein).

Das Forschungsvorhaben wurde über die AiF-Mitgliedsvereinigung "Recycling und Wertstoffverwertung im Bauwesen e.V." (RWB) eingereicht und aus Haushaltsmitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) über die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" e.V. (AiF) gefördert.
Die Bearbeitung erfolgt durch die MPA, Abteilung 2 Bauwesen, in Zusammenarbeit mit der Hochschule Bremen, Labor für Baustofftechnologie .

Abschlußbericht: [PDF] (2,7 MB)
 

Letzte Änderung 30.01.2002 [ IWT | Werkstofftechnik | Fertigungstechnik | Verfahrenstechnik]