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Forschungsprojekt

Untersuchungen zur Erhaltung chinesischer Polychromie der Qin- und Han-Zeit mittels elektronenmikroskopischer, holographischer und ausgewählter biologischer und chemischer Methoden

gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Ansprechpartner: Dr. Thomas Warscheid

   Investigations on the preservation of chinese polychromy of the Qin- and Han-period  by the use of electronmicroscopical, holographic as well as selected biological and chemical methods
The Terrakotta Army of Lintong (China) comprise several archeological objects with a coating made of natural organic polymers with and without pigments. The ageing of this „oriental lacquer„ after nearly two-thousand years buried in damp soil leads to a swelling of the coating and to its microbial deterioration. Visualizing the dynamic processes of alteration by Kryo-SEM-Microscopy and quantifying the microbial activity by a rapid non-destructive analytical tool the long-term effects of conservation techniques, climatic control and biocidal treatments will be evaluated for the restoration practice.

   Die Terrakottakrieger von Lintong (China) sind archäologische Funde, die eine Fassung (Bemalung) aus natürlichen organischen Polymeren mit und ohne Farbmittel tragen. Die Alterung dieses Lacks („oriental lacquer„) nach über zweitausendjähriger Lagerung im feuchten Boden führt zur Quellung und zum mikrobiellen Abbau der Fassung. Die Konservierung muß an der Reduzierung des Trockenschwindens, der Festigung der Lackschichten und der Bekämpfung der mikrobiellen Besiedlung ansetzen. Zu diesem Zweck ist es erforderlich, das Altern der Polychromie und die Wirkung der konservierenden Stoffe durch verschiedene Abbildungstechniken zu erfassen. Die Anwendung der Kryo-REM-Methode erlaubt es, die durch Wechsel des Feuchtegehaltes bedingten Veränderungen in der schockgefrorenen Probe rasterelektronenmikroskopisch sichtbar zu machen. Das Wachstum von Mikroorganismen auf praktisch allen Materialien der Ausgrabung in Lintong (Fassungen, Holz, Lehmerde) stellt ein weiteres extremes Problem dar, insbesondere für die Erhaltung der Fassung der Terrakottafiguren. Deswegen müssen ein optimales Museumsklima definiert bzw. angemessene biozide Mittel zur Bekämpfung des mikrobiellen Wachstums gefunden werden. Um deren Auswirkung auf die mikrobielle Besiedlung am Originalmaterial rascher beurteilen zu können, wird im Rahmen der anstehenden Forschungsarbeiten ein weitgehend zerstörungsfreies Nachweisverfahren zur Messung der mikrobiellen Stoffwechselaktivität (ATP-Gehalt) mit klassischen mikrobiologischen Analysemethoden der Keimzählung und Aktivitätsbestimmung validiert und für den Einsatz vor Ort weiterentwickelt. Der konkrete Forschungsansatz besteht darin, die Wirkung der verfügbaren Konservierungstechniken zu überprüfen, eine optimale Museumsklimatisierung zu definieren und die Möglichkeiten einer angemessenen Biozidbehandlung herauszustellen. Die Auswahl der Originalproben und deren Musterkonservierung sowie Messungen in der Ausgrabung erfolgten bereits zusammen mit den wissenschaftlich und restauratorisch tätigen Mitarbeitern des Museum der Terrakottaarmee in Lintong; derzeit konzentrieren sich die Forschungsarbeiten hauptsächlich auf die mikrobiologische Erfassung und Behandlung dabei ausgewählter Proben.

Letzte Änderung 25.09.2001 [ IWT | Werkstofftechnik | Fertigungstechnik | Verfahrenstechnik]