Investigations on the preservation of chinese polychromy of the Qin- and Han-period by
the use of electron microscopical, holographic as well as selected biological and chemical
methods
The Terracotta Army of Warrior and Horses in Lintong (China) comprise several archeologic objects with a
coating made of natural organic polymers with and without pigments. The aging of this
"oriental lacquer" after more than twothousand years buried in damp soil leads to
swelling of the coating. Visualizing the dynamic processe of alteration by
cryo-scanning-electron-microscopy will be evaluated for the restoration and conservation practice.
Die Terrakotta-Krieger von Lintong (China) sind archäologische
Funde, die eine Fassung (Bemalung) aus natürlichen organischen Polymeren
mit und ohne Farbpigmenten tragen. Diese Farbschichten beginnen sich bei
Austrocknung sofort von der Oberfläche abzurollen.
Die zentrale Frage hinsichtlich einer Konservierung bestand darin zu
klären, inwieweit Konservierungsstoffe den Porenraum dieser Lackschichten
erreichen können.
In rasterelektronenmikroskopischen Aufnahmen wird deutlich, dass die Lackschichten
eine mikrofeine Porenstruktur aufweisen. Die Durchmesser der Einzelporen überschreiten
nur selten 0,5 µm, wobei das Maximum der Porenradienverteilung bei ca. 0,1 µm liegen dürfte.
Die Poren sind blasenartig und erscheinen im mikroskopischen Bild geschlossen. Es ist aber auch
ein feines porenverbindendes Mikrorissnetzwerk erkennbar, in das das Behandlungsmittel
eindringen kann. Festigende Substanzen, wie z.B. Polyurethan, sind allerdings nur in der Lage,
in Fehlstellen und größere Risse einzudringen, dort aber durch Verklebung die
gewünschte Wirkung zu entfalten.
Es stand für längere Versuchsreihen in Deutschland Originalmaterial aus den
Ausgrabungen zur Verfügung. Dieses wurde in intensiver Zusammenarbeit mit der
Arbeitsgruppe 'Angewandte Optik' der Universität Oldenburg, die mit Hilfe
laserinterferometrischer Messungen kleinste Verformungen durch Klimawechsel in einer
Simulationskammer erfassen konnten, untersucht.
In erster Linie ist daran gedacht, ein Austrocknen der Lackschichten dadurch zu verhindern,
das enthaltene Wasser durch das schwerflüchtige Polyethylenglykol (PEG) zu ersetzen.
Bei den Versuchen in der Klimakammer stellte sich heraus, dass mit zunehmender Luftfeuchtigkeit
das hygroskopische Polyethylenglycol tröpfchenweise aus der Oberfläche wieder
heraustrat. Mit Hilfe der Kryofixierung während des Versuches und anschließender
Untersuchung im Rasterelektronenmikroskop konnte dieser Prozess visualisiert und analysiert werden.
Als weitere Methode zur Festigung der Malschicht wurde von den Projektpartnern
die Behandlung mit Hydroxyethylmethacrylat (HEMA) und anschließender
Elektronenstrahlhärtung erprobt. Auch mit diesen Proben wurden Klimakammerversuche
in Oldenburg vorgenommen, die dann in Bremen mikroskopisch ausgewertet
wurden. Bei so behandelten einjährigen Proben zeigten sich in der
Oberfläche des behandelten Lackes Risse, die zu einem schüsselförmigen
Muster führten. Im Querbruch ist zu erkennen, daß die Rissbildung
bis auf den Terrakotta-Untergrund reicht, aber die Haftung der Schicht
nicht beeinträchtigt. Diese Ergebnisse stellten die Grundlage für
die weitere Planung der Restaurierungsarbeiten dar.