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Forschungsprojekt
Wärmebehandlungsfreie Fertigung durch plastische
Randverformung von Bauteilen mit hohem Gehalt an metastabilem Austenit
gefördert durch die Arbeitsgemeinschaft industieller Forschung (AiF) seit 2001
Ansprechpartner: Dipl.-Min. Derek Hough
Die thermochemische Randschichthärtung ist ein klassisches Verfahren
zur Steigerung der Gestaltfestigkeit hochbeanspruchter Bauteile. Eine Einbindung
der notwendigen Wärmebehandlung in eine Fertigungslinie ist allerdings
schwierig. In diesem Projekt wird die Machbarkeit eines neuen Konzeptes
zur Randschichthärtung angestrebt, das gegenüber dem konventionellen
Verfahren folgende Vorteile bietet:
Die direkte Einbindung in eine Fertigungsstraße, im Gegensatz zur
Wärmebehandlung, welche eine Unterbrechung des Fertigungsprozesses
erfordert.
Oberflächenverschmutzungen in Form von Kühl- und Schmiermittelresten
aus den vorhergehenden Fertigungsschritten beeinflussen nicht die Qualität
des gehärteten Werkstoffes.
Geringer Verzug der Bauteile.
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Abb.1: Temperatureinfluß der freien Enthalpie von Austenit und Martensit
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Der erste Schritt zum spannungsinduzierten Härten ist die Herstellung
(Rest-)Austenitischer Gefüge. Bei genügend rascher Abkühlung
kann die thermische Umwandlung (Platzwechselmechanismen) von Austenit in
einen thermodynamisch stabilen Zustand (Ferrit, Perlit, ...) vermieden
werden. In diesem Fall steigt die freie Enthalpie G der Austenitphase (GA)
mit abnehmender Temperatur an und ereicht bei T0 den Wert der
freien Enthalpie G von Martensit GM (siehe Abb.1). Um martensitisch
umzuwandeln wird eine Aktivierungsenergie benötigt, die durch weiteres
Abkühlen gewonnen wird. Bei der Martensitstarttemperatur MS
bildet sich der erste Martensit. Dieser Prozeß beinhaltet eine Volumenausdehnung,
der die nachfolgende Martensitbildung behindert. Damit die martensitische
Umwandlung fortgesetzt wird muß die Differenz der freien Enthalpie
durch steigende Unterkühlung weiter erhöht werden. Abhängig
vom Anteil des gelösten Kohlenstoffs und weiterer Legierungselemente
verbleibt bei Raumtemperatur ein Anteil Austenit. Durch eine geeignete
Wärmebehandlung besteht die Möglichkeit die Martensit - Restaustenit
Anteile zu beeinflussen.
Aus dem restaustenitischen Halbzeug wird das Bauteil durch spanende
Bearbeitung hergestellt. Nach der Weichbearbeitung wird an der Oberfläche
des Bauteils eine hohe Hertzsche Pressung erzeugt, durch die in der Randschicht
der Austenit martensitisch umwandelt. Dies kann durch verschiedene Verfahren
erreicht werden: Rollieren, Glatt- bzw. Festwalzen oder Kugelstrahlen.
Es ist aber auch denkbar im letzten Zerspanungsschritt bspw. durch eine
Drehbearbeitung mit negativem Spanwinkel und geringen Schnittgeschwindigkeiten
hohe Schnitt- und insbesondere Passivkräfte einzubringen, die eine
Gefügeumwandlung bewirken.
Dieses Projekt soll die prinzipielle Machbarkeit des Verfahrens untersuchen.
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