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 Amtliche Materialprüfungsanstalt (MPA) Bremen

Abteilung Analytische  Baustoffmikroskopie
Abteilungsleiter Dr.-Ing. Herbert Juling

 

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Labormobil

Labormobil (21K)
Ein Laborwagen der MPA Bremen im Einsatz am Aachener Dom.
Labormobil -REM- (12K)
Der Blick in einen Laborwagen.
Die Amtliche Materialprüfungsanstalt des Landes Bremen (MPA) hat im Auftrag im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie im Rahmen mehrere geförderter Projekte Labormobile entwickelt, die komplette rasterelektronenmikroskopische Laboratorien auf Rädern darstellen.

Durch die gerätetechnische Ausstattung der Labormobile ist es möglich, entnommene Proben vor Ort zu analysieren und somit wichtige Fragestellungen sofort zu beantworten. Im Rahmen der BMBF-Projekte sind diese Fahrzeuge für die Untersuchungen an Baudenkmälern eingesetzt worden. Im Dialog der Laborwagenbesatzung (Geowissenschaftler, Physiker, Biologen) mit den Restauratoren wird hierbei eine Optimierung der Probennahme, hinsichtlich Größe (oft genügt 1 mm2 Probenmaterial) und Anzahl der zu entnehmenden Proben möglich.

Aber auch in anderen Bereichen der Materialprüfungist der Einsatz der Labormobile denkbar, z.B. bei der Schadenanalyse an großen Bauteilen, zur Erstellung von Baukatastern oder zur Schnellanalyse bei Asbestvorkommen.

Ein Stereomikroskop (bis zu 50-fache Vergrößerung) dient der ersten Erfassung des Untersuchungsobjektes nach der Entnahme und ermöglicht die Präparation auch kleinster Proben. Eine schnelle Dokumentation dieser ersten Untersuchungsschritte wird durch die Kopplung des Lichtmikroskopes mit einem Farbmonitor und Farbvideoprinter ermöglicht.

Ist die Einbettung der Proben in Kunstharz notwendig, besteht im Labormobil die Möglichkeit dazu. Ein Sägemikrotom steht zur Herstellung von An- und Dünnschnitten zur Verfügung, die anschließend mit Hilfe eines Polarisationsmikroskopes (bis zu 500-fache Vergrößerung) ausgewertet werden können.

Das Herz des Laborwagens ist ein Rasterelektronenmikroskop. Die zu untersuchende Probe kann mit einer lateralen Auflösung bis in den nm-Bereich betrachtet werden. Darüber hinaus sind Materialuntersuchungen durch verschiedene Signalarten möglich (SE-Signal zur Abbildung der Oberflächentopographie, RE-Signal zur Darstellung des Materialkontrastes). Durch ein angeschlossenes EDX-System (energiedispersive Röntgenmikroanalyse) kann die Elementzusammensetzung des Materials bestimmt werden.

Um Proben im Rasterelektronenmikroskop untersuchen zu können, müssen diese elektrisch leitfähig sein bzw. beschichtet werden. Für diesen Präparationsschritt stehen im Laborwagen eine Sputteranlage zum Beschichten der Probe mit Platin, Gold oder Silber sowie ein Kohlebedampfungsaufsatz zur Verfügung.

Im Rahmen der Denkmalpflegeforschung sind die Einsatzgebiete der Labormobile im Rahmen von Untersuchungen an historischen Wandmalereien, an Natursteinobjekten, An zieglen und Terracotten, im Fachwerkbau auf bei der Erforschung von Glasschäden angesiedelt. Hierbei stellen sich im Einzelnen folgende Fragestellungen, die vor Ort beantwortet werden können:

  • Analyse auftretender bauschädlicher Salze
  • Pigmentanalysen
  • Mörtelanalysen (auch semiquantitativ)
  • Analyse verwendeter anorganischer Bindemittel
  • Untersuchungen von Krusten, Belägen und Ausblühungen
  • Untersuchungen von Gefügeveränderungen (Natursteine und künstliche Baustoffe)
Ergänzt werden die mikroskopischen Möglichkeiten durch naßchemische Einrichtungen, hinsichtlich biologischer- und Bindemittelanalytik.

Im "Heimlabor" der MPA Bremen (Abteilung Analytische Baustoffmikroskopie) stehen mit einem Transmissionsrasterelektronenmikroskop (STEM), einem Feldemissionsrasterelektronenmikroskop (FE-REM) mit Cryoeinrichtung, einem Rasterelektronenmikroskop (REM) mit Cryoeinrichtung und einem Rasterelektronenmikroskop mit Kathalumineszenz-Detektore weitere leistungsfähige Geräte zur Beantwortung umfangreicher Fragestellungen zur Verfügung.

Ansprechpartner: Dr. Herbert Juling, Frank Schlütter

Letzte Änderung 18.10.2001 [ IWT | Werkstofftechnik | Fertigungstechnik | Verfahrenstechnik]