Service

Terracotta Armee in Lintong (China)


Denkmalpflegeforschung

Die Zielrichtung der Denkmalpflege-Forschungsaktivitäten umfasst die Anwendung von mikroskopischen Abbildungs- und Analysemethoden zur Untersuchung von Schädigungseinflüssen auf denkmalpflegerisch relevante Bauobjekte. Dazu gehören Bauten aus Natursteinen, Ziegelbauten, Fachwerkbauten und historische Wandmalereien.

In den letzten 20 Jahren haben wir umfangreiche vor-Ort Untersuchungen bundesweit an Denkmalbauten durchgeführt. Die in dieser Zeit erarbeiteten Erfahrungen und Ergebnisse werden für die Bearbeitung von Aufträgen, Gutachten und Empfehlungen von privaten und öffentlichen Trägern genutzt. Eine Auswahl der bisher untersuchten Denkmäler ist der Liste der Objekte und der Denkmalkarte zu entnehmen.

Die MPA Bremen ist auch in nationalen und internationalen Forschungsprojekten engagiert.  Insbesondere war die MPA Bremen in eine deutsch-chinesische Forschungskooperation "Untersuchungen zur Erhaltung chinesischer Polychromien der Qin- und Han-Zeit mittels elektronenmikroskopischer, videoholografischer sowie ausgewählter biologischer und chemischer Methoden" eingebunden, wobei die Untersucgungen vornehmlich an der Terracotta Armee in Lintong (China) vorgenommen wurden.

Für Eigentümer und Verantwortliche von Dnkmalgeschützen Bauwerken bieten wir eine umfangreiche Palette von Service-Leistungen für die materialkundliche Untersuchung vor einer Restaurierungsmaßnahme.

Asbest

Oberes Bild: Weißasbestfaserbündel aus einer Baustoffprobe
Unteres Bild: Amphibolasbestfaserbündel aus einer Baustoffprobe


Asbest

Der Oberbegriff Asbest steht für verschiedene faserige Formvarietäten von bestimmten Mineralien. Asbestfasern haben auf Grund verschiedener Stoffeigenschaften, die in dieser Kombination einmalig sind, auf den ersten Blick viele Vorteile. Deshalb wurden die Asbeste in der Vergangenheit auch universell in vielen Baustoffen und anderen Produkten eingesetzt.
Asbestfaserstaub gilt als ein sehr stark krebserzeugender Arbeitsstoff. Seit dem 1. Januar gilt für Asbest nach § 15 Abs. 1 in Verbindung mit Anhang IV Nr.1 der Gefahrstoffverordnung ein vollständiges Herstellungs- und Verwendungsverbot sowie ein Expositionsverbot. Das Expositionsverbot ist nur für Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten (ASI-Arbeiten) aufgehoben. Nach den technischen Baubestimmungen "Asbest" müssen schwach gebundene Asbestprodukte hinsichtlich ihrer Sanierungsbedürftigkeit bewertet werden. Vor dem Umbau oder dem Abriß eines Gebäudes muß daher ein Asbestkataster durch einen Sachverständigen erstellt werden.

Das Standardverfahren für die Untersuchung von Baustoff- und Raumluftproben ist die Analytik mittels Rasterelektronenmikroskop (REM) mit angeschlossener energiedispersiver Röntgenmikroanlyse (EDX). Der Vorteil liegt in der hochauflösenden Erfassung der Faserstrukturen. Für das geübte Auge zeigen Serpentinasbest und Amphibolasbeste im REM deutliche Unterschiede im Faserhabitus. Die EDX-Analyse liefert die Elementzusammensetzung der untersuchten Faser.
Die Untersuchung von Materialproben ist ein Routineverfahren, das im Hause schon langjährig durchgeführt wird. Für eine eindeutige Aussage ist die Probennahme von entscheidender Bedeutung, das zu untersuchende Probenmaterial muss repräsentativ für die Gesamtheit sein.

Wassertropfen auf hydrophober Oberfläche nach Cryo-Bruch

Wassertropfen im Cryo-Rem


Cryo-Mikroskopie

Für die Untersuchung in einem herkömmlichen Rasterelektronenmikroskop (REM) müssen die Proben trocken und vakuumbeständig sein. Deshalb müssen feuchte Proben durch mehr oder weniger aufwändige Präparationstechniken (Gefriertrocknen, Kritisch-Punkt-Trocknen, chem. Fixieren) entwässert werden. Die Cryo-Präparation geht den umgekehrten Weg. Es wird nicht versucht, die Feuchtigkeit (bzw. das flüssige Wasser) der Probe zu entziehen, sondern sie vakuumtauglich zu fixieren. Dieses Verfahren ist besonders geeignet für die Darstellung von Lösungen im Porenraum, um die frühen Abbindeprozesse in Frischbeton und -mörtels zu studieren und um mikrobiologische Prozesse präparationsfehlerfrei untersuchen zu können.
Aber auch an anderen Proben wurde die Cryo-Rasterelektronenmikroskopie erfolgreicheingesetzt.