Bioaktivierung von Recyclingmaterial mit methanotrophen Bakterien zur Reduktion der Methanausgasung aus Mülldeponien und Industrieanlagen

Testfeld mit Ziegelbruch auf der Blocklanddeponie in Bremen; die eingesetzten Glasflaschen dienten als Entnahmestellen für Gasproben.

Testfeld auf der Blocklanddeponie


METHANOX

Ansprechpartner: Dipl.-Biol. Markko Remesch 

Ziel   des   Projektes   war   es,   durch   den   Einsatz   von   methanotrophen   Bakterien   die Methanausgasungen aus Mülldeponien zu reduzieren. Das Projekt sollte damit einen Beitrag zur  Lösung  der  Treibhausproblematik  leisten.  Methanotrophe  Bakterien  sollten  in  eine Biofilterschicht aus Recyclingmaterialen (Baustoffe) angereichert werden.
Von verschiedenen Standorten auf der Blocklanddeponie Bremen und dem  Faulturm  eines Klärwerks (Varel, Friesland) wurden methanoxidierende Mikroorganismen isoliert. Zunächst wurden  die  aufgrund  ihrer  Materialeigenschaften  (Porosität,  Druckfestigkeit,  pH-Wert  etc.) geeignetsten  Rezyklate  ausgewählt.  Diese  wurden  mit  den  effektivsten  Methanoxidierern
versetzt. Anschließend wurden die Abbauraten für Methan ermittelt.
Es stellte sich heraus, dass Kalksandstein- und Ziegelbruch aufgrund  ihrer Kenndaten  und der  durchgeführten  mikrobiologischen  Versuche  besonders  geeignet  waren.  Diese  beiden Recyclingbaustoffe wurden im weiteren Verlauf mit methanotrophen Bakterien besiedelt und als Biofilterschicht in einen Simulationsreaktor oberhalb eines  „natürlichen“ Deponiebodens aufgebracht.
Die  durchgeführten  Laboruntersuchungen  an  dem  Simulationsreaktor  mit  einer  solchen „Recycling-Biofilterschicht“ ergaben,  gegenüber  der  „natürlichen“ Methanoxidationsrate  des Simulationsreaktors ohne Biofilterschicht eine Erhöhung der Abbauraten für Methan um das Dreifache.
Die  Ergebnisse  des  vorliegenden  Berichts  zeigen  durch  die   Nutzung   von  Baustoff-Rezyklaten eine Möglichkeit einer kostengünstigen und umweltfreundlichen Reduzierung von Methanausgasungen aus Deponien auf.

Die Forschungsarbeiten (FV 112) wurden mit Mitteln der Freien Hansestadt Bremen(Senator für Bildung und Wissenschaft) aus dem Ökologiefonds deswirschaftsstrukturpolitischen Aktionsprogramms (WAP) 2000-2002 gefördert.