Aufarbeitung der Tagebücher von Dr.-Ing Hans Scholz über die Verwendung von Elektrofilterstäuben in Beton

gefördert durch die Arbeitsgemeinschaft Elektronenoptik (AEO) 2007-2008
Ansprechpartner: Dr.-Ing. Herbert Juling

Der Betontechnologe Dr.-Ing. Hans Willi Sylvester verband mit seinem leidenschaftlichem Interesse an Flugstäuben zwei Anliegen: Bewahrung der Umwelt vor rasant anwachsende Staubhalden und Nutzung der Stäube für die eigenschaftsverbessernde Verwendung in Baustoffen. Sein aufopferungsreicher 25-jähriger Kampf führte trotz erbitterter Widerstände von Teilen der Zementindustrie zum bedeutenden Erfolg der Betonoptimierung durch Einsatz von "Füllern" auf der Basis der Kraftwerksstäube.

Er hat von 1962 bis 1987 seine Erfahrungen mit dieser Technologie, Reiseberichte, Berichte über seine Gespräche mit potentiellen Kunden und Anwendern, aber auch Ingenieur- und Naturwissenschaftlern in Tagebüchern festgehalten.

Nach seinem Tode 1997 sind diese Unterlagen zusammen mit seiner Fachbibliothek nach seinem letzten Willen in den Besitz der MPA Bremen übergegangen. Um das Lebenswerk von Hans Scholz gebührend zu würdigen, fühlen wir uns verpflichtet, seine persönlichen Aufzeichnungen auszuwerten und der interessierten Fachwelt zur Kenntnis zu bringen. Bis auf einige hundert Seiten aus den frühen Jahren 1964-1965, die Dr. Scholz in Handschrift geschrieben hat, und deren Entzifferung sich z.T. als äußerst schwierig erweist, sind die gesamten Tagebücher mittlerweile abgeschrieben und transkribiert worden. Inhaltlich handelt es sich um hoch interessantes Material, das sowohl die zementpolitischen Umstände der Jahre der Einführung von Flugstaub zur Verwendung im Zement und die damit verbundenen Vermarktungsstrategien enthält.

Ein großer Teil der Ausführung befasst sich aber mit detaillierten Beschreibungen von Versuchen und deren Ergebnisse, die z.T. auch heute noch von großer Aktualität sind.