Beurteilung der Spannungskorrosion von Zementmörtel unter Einbeziehung bruchmechanischer Überlegungen

gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), abgeschlossen: 1996

Ansprechpartner: Dipl.-Ing. Axel Meyer

Die Bindemittelmatrix ist bei zementgebundenen Baustoffen das korrosionsanfälligste Teilsystem. Bei einem Korrosionsangriff auf die Bindemittelmatrix können wesentliche Bestandteile extrahiert (lösender Angriff) oder neue Phasen mit vergrößertem Raumbedarf im Bindemittelgefüge gebildet werden (treibender Angriff).

In der Praxis unterliegen zementgebundene Baustoffe in der Regel einer kombinierten Beanspruchung aus chemischen Angriff durch Flüssigkeiten und Gase und gleichzeitig herrschender mechanischer Spannungen (Spannungskorrosion). Von außen aufgeprägte Spannungen erzeugen dabei eine verstärkte Korrosion der Bindemittelmatrix, welche sich in der Änderung der mechanischen Eigenschaften bemerkbar macht. Dabei kommt der Neigung des Baustoffes zu Bildung von Rissen, dessen Rißzähigkeit und Verformungsvermögen große Bedeutung zu. Da aus baupraktischer Sicht die Vermeidung oder Begrenzung der Spannungskorrosion und die Verminderung chemisch beschleunigter Rißbildung sehr wichtig ist, wurden innerhalb des Forschungsvorhabens die bewirkten Gefügeaänderungen in erster Linie anhand der Untersuchung bruchmechanischer Parameter sowie durch mikroanalytische mikroskopische Untersuchungen studiert.