Modellhafte Entwicklung von Schutzkonzepten und passiven Anlagen zum Raumklimaausgleich am Beispiel der national wertvollen umweltgeschädigten Wandmalereien in Schloss Rossewitz

Das Material weist eine ausreichende Homogenität und eine kraftschlüssige Verbindung zwischen den im Ausgangszustand voneinander getrennten Putzschichten auf. [PolMi-Aufnahme, I Pol., Bildbreite 1,3 mm]

Injektionsmasse in einer Putzhohlstelle


gefördert durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) 2005-2006
Ansprechpartner: Dr. rer.nat. Frank Schlütter

Der Festsaal des Schlosses Rossewitz ist mit barocken illusionistischen Wandmalereien geschmückt, die einen besonderen Stellenwert in der Kulturlandschaft Mecklenburg-Vorpommerns einnehmen. Aufgrund jahrzehntelanger Vernachlässigung und gravierender Schäden am Baukörper ist der Bestand durch großflächige Abplatzungen bereits stark reduziert. Trotz umfangreicher baulicher Instandsetzungen am Gebäude nehmen die Schäden an den Malereien immer weiter zu. Als eine der Ursachen werden die klimatischen Verhältnisse im Festsaal angesehen, die zu hygrisch/thermischen Bewegungen führen. Das Schadensbild ist durch Ablösungen zwischen einzelnen Putzschichten gekennzeichnet. Ziele des Projektes sind einerseits eine passive Beeinflussung des Raumklimas (Pufferung von Klimaspitzen) und andererseits eine Konsolidierung der geschädigten Putze und Malereien. Der Schwerpunkt der konservatorischen Maßnahmen liegt auf Hinterfüllungen (Injektionen in Hohlstellen), um getrennte Putzschichten wieder kraftschlüssig zu verbinden. Hierzu wurden in Laborversuchen zunächst die relevanten Materialeigenschaften wie Fließfähigkeit, Penetrationsvermögen, Haftung etc. unterschiedlicher Materialsysteme (Kalk, Kieselsäureester u.a.) bewertet. Die Eignung der optimierten Materialien wurde an Testflächen am Objekt überprüft. Dabei hat sich herausgestellt, dass eine strukturelle Festigungen des mürben Putzes als erster Schritt unerlässlich ist. Anderenfalls wird die Fließfähigkeit der Hinterfüllmassen deutlich herabgesetzt. Mikroskopisch konnte für alle getesteten Materialien eine ausreichend gute Flankenhaftung nachgewiesen werden. Das Eindringverhalten in die Hohlräume ist bislang jedoch unzureichend. Es wurde meist nur eine punktuelle Konsolidierung im Bereich der Einfüllstelle erreicht. Die strukturellen Festigungen der Putze haben an der Wandoberfläche zu unerwünschten Verdichtungen und teilweise zu Überfestigungen geführt.

Abschlussbericht 2006: [PDF] (7,4MB)