Leichte Wandbausteine aus Porenbetonbrechsanden

Mauerwerk mit Leichtsteinen

Mauerwerk mit Leichtsteinen


gefördert über die AIF aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (2006-2008)

Ansprechpartner: Dipl.-Ing. Frank Hlawatsch

Der aufgrund seiner überlegenen Wärmedämmung seit einigen Jahrzehnten im Hochbau eingesetzte Porenbeton (im Jahr 2000 ca. 4,5 Mio.m³ Steine und Montageteile) wird in naher Zukunft verstärkt als Abbruchmaterial im Bauschutt anfallen. Die geschätzten Mengen liegen bei ca. 2 Mio. t/a. Neben der beschränkten Möglichkeit, Porenbetonbruch wieder in der Porenbetonproduktion einzusetzen, bestehen derzeit aber keine weiteren, volumenmäßig interessanten Alternativen. Wegen seiner geringen Festigkeit und geringen Stabilität bei Wasserzutritt muss er aussortiert werden für die üblichen Verwertungen, z.B. als Mineralstoff im Straßenbau. Porenbetonbruch wird daher heute in großen Mengen deponiert. Während gröbere RC-Fraktionen teilweise Verwendung in Form von Hygienestreu, Ölbindern oder in der Dachbegrünung finden, trifft der Verwertungsnotstand insbesondere zu für den sehr hohen Feinkornanteil aus der Aufbereitung. Dieser beträgt selbst bei schonenden Aufbereitungsverfahren z. B. in Schneidwalzenmühlen über 50%. Darunter leidet u.a. die Wirtschaftlichkeit der Bauschuttaufbereitung und des Gebäuderückbaus. Technisch und wirtschaftlich interessante Verwertungswege sind daher für die Zukunft dringend erforderlich.

Im Forschungsvorhaben sollen aus Porenbetonbrechsanden Leichtmörtelsteine für den Mauerwerksbau entwickelt werden. Bei erwartet höherer Rohdichte sollten theoretisch noch günstige Wärmedämmeigenschaften, gegenüber dem Ausgangsmaterial aber verbesserte Wärmespeicherung und Schalldämmung bei gleichbleibend guten Verarbeitungs- und Langzeiteigenschaften möglich sein. Erste Machbarkeitsuntersuchungen an der Forschungsstelle zeigten ausgesprochen positive Ergebnisse (siehe Bild).

Mit der Entwicklung dieses Leichtmörtelsteines auf der Basis von Porenbetonrezyklaten wird ein der Deponierung vorbehaltener Reststoff wieder auf hohem Niveau als Wandbaustein eingesetzt – ein Baustoffkreislauf schließt sich.