Werktrockenmörtel mit Porenbetonrecyclaten aus der Bauschuttaufbereitung

Ansprechpartner: Dipl.-Ing. Hakan Aycil

Nachdem im Forschungsprojekt AiF 11764 N die Machbarkeit von leichten Mörteln mit Porenbetonrezyklaten nachgewiesen wurde, sind im vorliegenden Projekt Mörtel mit Porenbetonrezyklaten als Gesteinskörnung bezüglich mechanisch-technologischer Kennwerte sowie bauphysikalischer Materialparameter untersucht worden. Gegenstand der Untersuchungen waren plastische und erdfeuchte Mörtel mit einem Größtkorn von 2 und 8 mm. Das Verhältnis von Bindemittel zu Porenbetongranulat betrug 1:3 RT (Raumteile). Als Bindemittel wurden ein Zement, ein Gemisch aus Hochhydraulischem Kalk und Zement, ein Gemisch aus Zement und Weißkalkhydrat, ein Putz- und Mauerbinder sowie ein Maschinenputzgips verwendet. Als Zusätze kamen Schaum, Steinkohlenflugasche sowie Kunststofffasern zum Einsatz.
In Abhängigkeit von der Zusammensetzung der Mörtel stellten sich Frischmörtelrohdichten von 1,0 bis 1,6 kg/dm³, Wasserrückhaltevermögen von 78 bis 98 M.-%, Trockenrohdichten von 0,7 bis 1,1 kg/dm³, Biegezugfestigkeiten von 0,4 bis 3,8 N/mm², Druckfestigkeiten von 0,7 bis 18 N/mm², E-Moduln von 1400 bis 4600 N/mm², kapillare Wasseraufnahmen von 3 bis 45 kg/(m²•h0,5), Wasserdampfdiffusionswiderstandszahlen von 4 bis 9 und Wärmeleitfähigkeiten von 0,25 bis 0,34 W/(m•K) ein. Die Schwindmaße nach 90 Tagen im Normalklima lagen zwischen 0 und -3,5 mm/m, generell zwischen -1,5 und -2,2 mm/mm. Die Quellmaße nach 90 Tagen im Feuchtklima betrugen 0 bis 0,5 mm/m.
Die Ergebnisse zeigen, dass mit Porenbetonrezyklaten Mörtel mit niedrigen Trockenrohdichten, hoher Festigkeit, niedrigem E-Modul, hoher Wasserdampfdiffusion sowie hoher Wärmedämmung hergestellt werden können. Es sind Anwendungen denkbar als Verfüllmörtel, Putzmörtel, z.B. in Salzsanierputzsystemen bis hin zu Mauermörtel, wobei zu beachten ist, dass die Mörtel keiner Frostbeanspruchung ausgesetzt werden.

Ergebnisbericht: [PDF]