Modellhafte Entwicklung einer innovativen Kompressen- Entsalzungsmethode zur Behandlung anthropogener Umweltschäden am Bremer Dom

Durch Gips verdichteter Porenraum des Wealden-Sandsteins am Bremer Dom. Die Pfeile markieren die Gipseinlagerungen im Sandsteingefüge [REM-RE-Aufnahme am Dünnschliff]

REM-RE-Aufnahme


gefördert durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) (2010-2011)

Die Sandsteinfassade des Bremer Doms weist an bestimmten Werksteinen signifikante Schäden in Form von Schalenablösungen auf. Dieses Schadensbild steht im Zusammenhang mit Gipskristallisation im oberflächennahen Porenraum, die unter Witterungseinfluss durch Quell- und Schwindprozesse oberflächenparallele Scherkräfte verursacht. Auch augenscheinlich intakte Steine können bereits innen liegende Vergipsungen aufweisen, die als Vorschädigung eingestuft werden müssen. Um eine Zunahme der Schäden zu vermeiden, sollen in diesem Projekt Möglichkeiten gefunden werden, den Gips aus dem Gefüge zu entfernen bzw. in vergleichsweise unschädliche Verbindungen zu überführen. Hierzu sollen aus der Wandmalereikonservierung bekannte Methoden, wie Ammoniumcarbonatbehandlung und Ionenaustauschharze, an die Natursteinproblematik angepasst werden. In der ersten Stufe des Projektes wurden die wichtigsten Materialkennwerte der verschiedenen Sandsteine bzw. Steinvarietäten ermittelt sowie die Testflächen für die Kompressenanwendungen festgelegt.