Sanierung des durch Grünalgenbefalls geschädigten Putzes der Poseritzer Kirche (Backsteingotik) in Poseritz/Rügen

Kirche Poseritz (Rügen) – Starker Grünalgenbefall an der Südwand (Pfeilmarkierungen)

Kirche Poseritz (Rügen)


gefördert durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) (2009-2011)

Seit Anfang der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts haben sich infolge globaler, mutmaßlich anthropogener Klimaveränderungen in Mecklenburg-Vorpommern die Windlasten sowie die Niederschlagsfrequenz und -intensität erhöht. In der Folge sind die Schlagregenbelastung der Gebäudehüllen und die Kondensatbelastung der Raumschalen gewachsen. Dies führt aufgrund der enormen Wasseraufnahmekoeffizienten des mittelalterlichen Backsteins zu einer zunehmenden Durchfeuchtung des Mauerwerks im überhygroskopischen Bereich. Aus diesen Gründen weist die Dorfkirche Poseritz zunehmende Algenbeläge in Teilbereichen von Wänden und Gewölben auf. Projektziel ist die Abklärung von Möglichkeiten zur Prävention witterungsbedingter Durchfeuchtung mittelalterlicher Backsteinmauerwerke, zum einen durch die Simulation einer äußeren Efeu-Begrünung (Tarnnetz) und zum anderen durch eine numerische Putzsimulation, ergänzt durch eine Regulierung der Luftfeuchte im Raum. Aufgaben der MPA Bremen waren die materialkundliche Untersuchung der historischen Baustoffe (Ziegel und Mörtel), Feuchte- und Salzanalysen sowie mikroskopische Untersuchungen. Es wurde eine oberflächennahe Verdichtung der Ziegel durch Gips und Calcit festgestellt, wodurch die Trocknung der durchfeuchteten Mauern über die äußere Wandoberfläche behindert wird. Die Materialkennwerte der Ziegel und Mörtel wurden für die numerische Simulationen verwendet.