Systematik und Methoden zur Erfassung des Erhaltungszustandes und der Umweltrisiken von Holzelementen an der Außenseite kulturell bedeutender Gebäude (WOOD ASSESS)

Calciumsulfatkristall-Ablagerungen an den Holzzellwänden. Gut zu erkennen sind die Schrumpfungsrisse, die durch die Dehydratation von Gips zu Anhydrit entstehen.  [REM, RE-Aufnahme]

Calciumsulfatkristall-Ablagerungen an den Holzzellwänden


gefördert durch die Europäische Gemeinschaft (EU), abgeschlossen: 1998

Im Rahmen eines Europäischen Forschungsprojektes mit Norwegischen, Schwedischen, Polnischen und Deutschen Partnern wurden die in den verschiedenen Ländern zur Zeit praktizierten Methoden zur Erfassung der Holzschädigung und Holzverwitterung an historischen Bauten zusammengetragen und zu einem einheitlichen Konzept zusammengeführt. Die MPA Bremen übernahm dabei im Unterauftrag des Deutschen Zentrums für Handwerk und Denkmalpflege e.V. (ZHD) Fulda die Aufgabe, einen Beitrag zur analytischen Untersuchungssystematik insbesondere der Schädigung durch biologische Holzschädlinge zu leisten.

Im Jahre 1997 haben hierzu zwei Workshops in Lillehammer (Norwegen) und Swidnica (Polen) stattgefunden, wobei die Vorgehensweisen der einzelnen Länder und die Zwischenergebnisse der bisherigen Untersuchungen diskutiert wurden.

Im Februar 1997 wurden Proben an der „Friedenskirche Schweidnitz“ in Polen genommen und im Labor der MPA Bremen mikroskopisch untersucht. Dabei konnten höchst interessante Ergebnisse bezüglich der Oberflächenverschmutzung und -verwitterung der historischen Holz-Fassade erarbeitet werden. Sehr wichtig waren die Beobachtungen bezüglich Schutzstoffbehandlungen in der Vergangenheit, wobei sowohl Kalkanstriche, aber auch Behandlung mit organischen Schutzstoffen nachgewiesen werden konnten. Bei Anwendung der Kalkanstriche konnte die Bildung von Calziumsulfat in den ersten oberflächennahen Zellen identifiziert werden. Dabei waren auftretende Schrumpfungsrisse durch die Dehydratation von Gips zu Anhydrit besonders interessant.

Reste organischer Schutzsubstanzen konnten zwar mikroskopisch visualisiert werden, eine nähere chemische Analyse ist mit reinen mikroanalytischen Mitteln nicht möglich.

Weitere systematische Untersuchungen einhergehend mit detaillierten Informationen über die Anamnese des Gebäudes und der Umweltbedingungen wären dringend erforderlich, können aber im Rahmen dieses Projektes nicht erbracht werden.